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Erfahren Sie, wie Sie Ihre Kodachromes scannen, um beeindruckende digitale Bilder zu erhalten

Kodachromes scannen

Kodachromes scannen

Ist eine Einführung für Kodachrome-Film wirklich nötig? Vermutlich nicht. Den meisten analogen Fotografen ist Kodachrome ein Begriff und vielen mehr noch als das: eine Erinnerung, ein Stück Geschichte, ein Gefühl. Die Erfindung von Kodachrome wird den beiden Musikern Leopold Godowsky und Leopold Mannes zugeschrieben, die vermutlich auf Grundlage der Forschung von Dr. Rudolf Fischer und im Auftrag von Kodak arbeiteten. Scherzhaft spricht man im Englischen daher auch davon, dass der Film von God(owsky) and Man(Mannes) erfunden wurde, also von Gott und dem Menschen. Kodak hat diesen sehr erfolgreichen Dreifarbenfilm von 1935 bis 2009 produziert und war in Punkto Qualität anderen Filmanbietern lange Zeit weit voraus. Kodachrome-Dias zeichnen sich durch eine hervorragende Schärfe, ihre Feinkörnigkeit und natürliche Farbwiedergabe aus und sollten unbedingt richtig gelagert werden, damit sie länger haltbar sind.

Was macht Kodachrome so besonders?

Aus technischer Sicht unterscheidet sich ein Kodachrome von anderen E6-Diapositiv-Filmen durch seinen Aufbau und den besonderen Entwicklungsprozeß. Der Film ist wie ein Schwarz-Weiß-Film aufgebaut, aber mit drei Schichten, von denen je eine im E14-Entwicklungsprozeß für eine der drei additiven Grundfarben verwendet wird. Die Farbkuppler befinden sich im Gegensatz zu anderen Diapositiv-Filmen beim Kodachrome erst im Entwickler. Die Kodachrome-Entwicklung mit ihren vielen Entwicklungsbädern wurde aufgrund des komplexen Prozesses von Kodak selbst vorgenommen. In Europa waren die Entwicklungskosten meist im Kaufpreis enthalten. Kodachrome-Dias kann man in den meisten Teilen der Welt übrigens sehr leicht an den typischen Papprahmen erkennen. Wenn man die Bilder ins Licht kippt, sieht man, wie sich das in hohen Anteilen vorhandene Silberhalegonid im Licht spiegelt und das Kodachrome beinahe wie ein Negativ anmuten lässt. Dieses typische und wundervolle Relief wird beim Digitalisieren leider einige zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern. Hierzu aber später mehr…

Durch die hohe Schärfe eignen sich Kodachrome-Bilder hervorragend für Vergrößerungen – eine Eigenschaft die vielen Fotografen zu Zeiten von erschwinglichen Großformatdruckern sehr entgegen kommen dürfte. Natürliche Farbwiedergabe, mit sehr feinen Abstufungen im Bereich der Hauttöne, und kräftige Grüntöne lassen Kodachrome-Bilder auch nach einigen Jahren noch sehr lebendig aussehen.

Über 85 Jahre Kodachrome-Bilder

Das Ende der Erfolgsgeschichte von Kodachrome begann 2009 mit der Einstellung der Produktion und gipfelte 2010 darin, dass Kodak die Entwicklung einstellte. Das war der Schlussstrich für Kodachrome, da nur Kodak selbst in der Lage war, die Entwicklung im E14-Prozess durchzuführen. Die Bilder existieren natürlich noch weiter und nach wie vor liegen Millionen von Dias in privaten und öffentlichen Archiven und warten auf ihre Wiederentdeckung.

Fotografischer Film verfällt mit der Zeit, die Chemie aus der Entwicklung wirkt nach. Auch wenn Kodachromes gut gelagert zu den stabilsten Filmtypen gehören, so sind die ersten Bilder bereits 85 Jahre lang gelagert worden und entsprechend gealtert. Doch wie alt muss ein Kodachrome erst werden, bevor wir es digitalisieren und es mit Fotoliebhabern aus aller Welt teilen?

Das Wilhelm Imaging Research Institute hat die Haltbarkeit verschiedener Filme unter typischen Voraussetzungen sehr ausgiebig untersucht und dabei herausgefunden, dass Kodachromes selbst bei dunkler Lagerung und bei Zimmertemperatur bereits innerhalb von 95 Jahren erheblich an Qualität einbüßen. Schauen Sie doch gleich selbst einmal nach, wie gut der Film haltbar ist, den Sie verwenden: Wilhelm Research – Untersuchung zur Filmhaltbarkeit (Auszug aus: The Permanence and Care of Analog and Digital Color Photographs, By Henry Wilhelm, Carol Brower Wilhelm, Kabenla Armah, and Barbara C. Stahl, ©2011 and ©2013 Wilhelm Imaging Research, Inc. Grinnell, Iowa, U.S.A.)

Wenn Film Tageslicht ausgesetzt oder per Diaprojektor projeziert wird, wird die Haltbarkeit nachteilig beeinflusst. Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich negative Effekte: Kritische Projektionszeit bei Kodachromes

Beschleunigter Verfall durch Filmprojektion (Auszug aus: The Permanence and Care of Analog and Digital Color Photographs, By Henry Wilhelm, Carol Brower Wilhelm, Kabenla Armah, and Barbara C. Stahl, ©2011 and ©2013 Wilhelm Imaging Research, Inc. Grinnell, Iowa, U.S.A.)

Mit jedem Tag, den Sie warten, verlieren Ihre Kodachromes unwiderruflich an Qualität…

Kodachrome-Film ist aufgrund seines Aufbaus und seiner Entwicklung anders als die üblichen E6-Diapositiv-Filme. Daraus ergeben sich auch ein paar Besonderheiten für das Digitalisieren:

Dichte-Umfang

Kodachrome-Bilder weisen einen sehr hohen Dichte-Umfang (oder auch Kontrast-Umfang), also eine hohe Anzahl von Abstufungen zwischen weiß und schwarz, auf. Nur sehr wenige, sehr teure Scanner können diesen von sich aus aufnehmen – und was beim Digitalisieren nicht erfasst wird, kann später nicht optimiert werden.

SilverFast Multi-Exposure erhöht den Dichte-Umfang enorm, so dass viel mehr Graustufen aufgenommen werden können und später für die Bearbeitung bereitstehen. Damit können Kodachrome Bilder mit deutlich mehr und sogar mit preiswerteren Geräten in guter Qualität gescannt werden. Multi-Exposure ist für Kodachrome-Bilder daher auf jeden Fall empfehlenswert.

Auflösung

Kodachrome-Bilder lassen sich aufgrund ihrer Schärfe sehr gut vergrößern. Deshalb sollten Sie eine Auflösung für den Scan einstellen, die ausreichend Bildinformationen für die anschließende Vergrößerung bereitstellt. Wenn man zum Beispiel eine Druckauflösung von 300 dpi anstrebt und auf A4 drucken will, dann sollte man für ein Kodachrome-Bild eine Auflösung von 2400 ppi für den Scan anlegen. Eine Din A4 Seite ist etwa acht mal (3oo dpi x 8 = 2.400 dpi) so groß wie das Kodachrome, so dass die benötigte Auflösung für den Scan ebenfalls 8 mal so hoch sein sollte.

Staub- und Kratzer

Staub und Kratzer lassen sich auch auf Kodachrome-Bildern nicht vermeiden. Die Entfernung gestaltet sich jedoch etwas schwieriger als bei den weiter verbreiteten E6-Dias. Kodachromes sind besonders in den dunklen Bildbereichen so dicht, dass das Infrarot-Licht, welches viele hochwertige Scanner zur Erkennung von Staub- und Kratzern nutzen, den Film nicht ausreichend durchdringen kann. Damit unterscheidet sich dieser dunkle Bereich für die Software nicht von Staub oder anderen Schmutz-Partikeln, die das Licht nicht passieren lassen. Die Staub- und Kratzer-Entfernung kann also in dichten Bildbereichen nicht unterscheiden, ob es sich um eine besonders dichte Stelle im Bild oder tatsächlich einen Defekt im Bild handelt und wird beides gleichermaßen als Fehler behandeln und versuchen zu korrigieren.

Die iSRD Staub- und Kratzerentfernung in SilverFast ist speziell für Kodachromes angepasst. Das für Kodachrome-Bilder optimierte iSRD wird automatisch verwendet, sobald man im Kodachrome-Modus iSRD aktiviert. Nichtsdestotrotz kann es noch zu Fehlkorrekturen kommen. SilverFast Ai Studio bietet daher ein Radiergummi-Werkzeug, mit dem die Korrektur in bestimmten Bereichen im Bild wegradiert und damit aufgehoben werden kann. So lassen sich die besonders dichten Bildbereiche, in denen es zu Fehlkorrekturen kommen würde, von der Korrektur ausnehmen, während der Großteil des Bildes mit der infrarot-basierten Korrektur gesäubert werden kann. Die Korrektur ist dadurch zwar nicht so vollautomatisch wie bei regulären Dias, aber doch so einfach und automatisiert wie möglich.

Ausgeblichene Farben

Kodachromes lassen sich dunkel und trocken gelagert gut archivieren und sollen ihre Farben fast 60 Jahre lang erhalten können. Ganz anders sieht das aber aus, wenn die Dias projeziert werden. Das Licht eines Projektors lässt die Kodachromes sehr schnell ausbleichen. Mit der adaptiven Farbwiederherstellung ACR (Adaptive Color Restoration) lassen sich verblichene Farben schnell und einfach wiederherstellen: Ihr Kodachrome erhält seine lebendigen Farben zurück.

Der typische Kodachrome-Blaustich

Kodachromes waren ursprünglich für die Projektion mit einem Diaprojektor ausgelegt. Um das etwas gelbliche Licht des Projektors auszugleichen, wurden Kodachromes mit einem leichten Blaustich produziert, so dass die Farbwiedergabe während der Projektion insgesamt neutral war.Das Licht eines Scanners ist im Gegensatz zu den Projektoren von damals nicht gelbstichig. Wenn man ein Kodachrome also mit der normalen Einstellung für Diapositive scannt, erhält man ein blaustichiges Bild, das sich so gut wie gar nicht neutral einstellen lässt. Daher bietet SilverFast einen Kodachrome-Modus an, bei dem ein spezielles Kodachrome-Farbprofil diesen Blaustich verhindert. Ein Kodachrome-Farbprofil für Ihren Scanner ist in SilverFast SE Plus und höheren Versionen bereits enthalten. Wer zu den Glücklichen zählt, die ein eigenes Kodachrome IT8-Target erworben haben, als diese noch verfügbar waren, kann die Ergebnisse mit der SilverFast Ai Studio und einer eigenen IT8-Kalibration auf Kodachrome-Basis noch verfeinern.

Wenn Sie auch mit dem Gedanken spielen, Ihre Kodachrome-Sammlung einzuscannen, dann schauen Sie sich gerne unsere SilverFast SE Plus Version an, die mit angepasster Staub- und Kratzerentfernung iSRD und einem speziellen Farbprofil für Kodachrome-Bilder ausgestattet ist. Als Premium-Version bietet SilverFast Ai Studio zusätzlich zur Plus-Version die Kalibrierung mit eigenem Kodachrome-Target, erweiterte Möglichkeiten zur Staub- und Kratzerentfernung sowie viel präzisere Einstellungen für die meisten anderen Werkzeuge. Mehr dazu in unserem Versionsvergleich.

Kodachrome – das Ende einer Ära?

Die Geschichte von Kodachrome ging nicht einfach nur irgendwie zu Ende. Nachdem kurz hintereinander die Labore die Kodachrome-Entwicklung einstellten, war der Andrang auf die verbleibenden Labore um so größer. Kodachromes, die jetzt nicht mehr entwickelt würden, würden es wohl nie werden.

Die letzte Rolle Kodachrome

Die letzte produzierte Rolle Kodachrome durfte Steve McCurry schießen, der durch das Porträt eines afghanischen Mädchens in einem Flüchtlingslager bekannt wurde, das es bis auf die Titelseite des National Geographic schaffte.

Steve McCurry hat jahrelang Kodachrome verwendet und einige hunderttausend Kodachromes geschossen. Mehr über ihn erfahren Sie hier: Zur Webseite von Steve McCurry

Der National Geographic begleitete Steve McCurry dabei, wie er den allerletzten Film schoss, der vom Band lief. Herausgekommen ist eine sehenswerte Dokumentation über Film und Fotograf in englischer Sprache: Dokumentation bei Youtube ansehen

Die letzte entwickelte Rolle Kodachrome

Dwayne’s Photo in Parson, Kansas war das letzte Fotolabor weltweit, das die Entwicklung von Kodachrome einstellte. Dwayne Steinles eigener Film war die letzte Rolle Kodachrome, die entwickelt wurde. Auf einigen Bildern, die sich darauf befinden, sind Studenten zu sehen, die es sich zum Ziel gemacht hatten, selbst eine der letzten Rollen zur Entwicklung abzugeben. Dwayne hat sie mit seinem Film fotografiert und so auf die letzten je entwickelten Kodachrome-Bilder gebannt, so dass diese Stundenten selbst zu einem Teil der Kodachrome-Geschichte wurden.

Das Ende einer Ära?

Kodachrome wird zwar seit einigen Jahren schon nicht mehr hergestellt oder entwickelt, aber ist das wirklich das Ende der Ära Kodachrome?

Aktuell wächst das Interesse an der analogen Fotografie wieder. Die jüngeren Generationen von Fotografen interessieren sich zunehmend für die Fotografie ihrer Eltern und Großeltern. Der Wunsch nach Entschleunigung und bewusstem Fotografieren stellt einen Gegenpol zum schnellen digitalen Bild und unserem hektischen Leben insgesamt dar.

Anfang 2017 elektrisierte eine Nachricht die Foto-Communities und ließ die Herzen analoger Fotografen schneller schlagen: Kodak Alaris hat eine Neuauflage des beliebten Ektachrome-Films angekündigt. Wenn das möglich ist, ist auch eine Rückkehr von Kodachrome denkbar?

Die Gerüchte und Spekulationen zu einer Neuauflage von Kodachrome-Film halten sich hartnäckig – wir sind gespannt!

Simon & Garfunkel: Kodachrome

Da unsere Geschäftsführung großer Fan von Simon & Garfunkel ist, wollen wir Ihnen als kleines Bonbon deren großartigen Song Kodachrome nahelegen. Dieses Video wurde am 19. September 1981 bei einem kostenlosen Benefizkonzert im Central Park von New York aufgenommen, wo Simon & Garfunkel vor einem Publikum auftraten, das geschätzt aus etwa 500.000 Menschen bestand.

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